Kundengespräch in zwanzig Minuten vorbereiten
Ein Blatt mit dem, was gesichert ist, was du nur vermutest, und den fünf Fragen, die den Termin tragen.
So läuft es heute
Du hast eine halbe Stunde vor dem Termin. Du klickst dich durch die Internetseite, überfliegst alte E-Mails, findest zwei Pressemitteilungen von 2023. Am Ende hast du viele Einzelheiten und keine einzige gute Frage — und im Gespräch fragst du dann doch das, was er schon zehnmal beantwortet hat.
So gehst du vor
- Material zusammenstellen
Kopier zusammen, was du verwenden darfst: Text von der Internetseite, aktuelle Mitteilungen, deine alten Notizen zu diesem Kunden. Sag dazu, wen du triffst, worum es geht und was du aus dem Termin mitnehmen willst.
- Nach Sicherheit sortieren lassen
Verlange vier Überschriften: gesichert, unklar, könnte bedeuten, zu klären. Diese Trennung ist wichtiger als die Menge — sie hindert dich daran, eine Vermutung im Gespräch als Tatsache auszusprechen.
- Auf fünf Fragen eindampfen
Lass dir Fragen vorschlagen und streich selbst auf fünf zusammen. Mehr brauchst du nicht, mehr schaffst du auch nicht. Zu jeder Frage gehört ein halber Satz, was du damit herausfinden willst.
Warum das überhaupt lohnt
Weil sich verschoben hat, wozu Kunden ein Gespräch überhaupt noch brauchen.
Ein wachsender Teil von ihnen recherchiert lieber selbst und nimmt dafür inzwischen auch KI-Werkzeuge zu Hilfe — die Zahlen dazu stehen auf der Seite zum Vertrieb. Dein Gegenüber weiß also womöglich schon, was dein Produkt kann. Was er nicht weiß, ist, ob es bei ihm funktioniert.
Deshalb ist das Ziel dieser Vorbereitung nicht, mehr über den Kunden zu wissen. Es ist, mit besseren Fragen hineinzugehen. Fünf Fragen, auf die du die Antwort nicht kennst, sind mehr wert als zwei Seiten Firmenprofil.
So gehst du vor
Beginne mit dem Ziel, nicht mit dem Material. „Ich will herausfinden, ob es für die Wartungsplanung überhaupt ein Budget gibt” führt zu anderen Fragen als „Ich will einen Folgetermin”. Sag es dazu, sonst bekommst du Allerweltsfragen.
Die vier Überschriften — gesichert, unklar, könnte bedeuten, zu klären — sind der eigentliche Kern. Ohne sie bekommst du eine Zusammenfassung, in der eine Vermutung genauso selbstbewusst dasteht wie eine Tatsache. Mit ihnen weißt du im Termin jederzeit, worauf du dich berufen kannst.
Am Ende streichst du selbst. Was übrig bleibt, passt auf eine Seite und liegt neben deinem Block.
Was dabei schiefgehen kann
Der teuerste Fehler ist die erfundene Zahl. Bei bekannten Konzernen stimmt meist, was zusammengetragen wird. Beim mittelständischen Zulieferer mit hundertvierzig Leuten wird es dünn — und dünne Datenlage führt nicht zu „weiß ich nicht”, sondern zu einer plausibel klingenden Erfindung. Ein falscher Geschäftsführername im Gespräch ist schlimmer als gar keine Vorbereitung, weil er zeigt, dass du dich nicht wirklich befasst hast. Deshalb: Zahlen und Namen einmal an der Quelle nachsehen. Das Handelsregister ist öffentlich.
Der zweite Fehler ist die vorschnelle Diagnose. Aus „setzt noch auf Tabellen” wird schnell „hat ein Problem mit veralteten Abläufen”. Vielleicht stimmt das. Vielleicht ist es eine bewusste Entscheidung, die gut funktioniert. Wenn du es als Befund vorträgst, machst du deinem Gegenüber einen Vorwurf. Mach eine Frage daraus.
Und der dritte, den kaum jemand erwartet: Zu viel Wissen schadet. Es gibt eine Grenze, jenseits derer gute Vorbereitung unangenehm wird — spätestens wenn du Dinge weißt, die dir niemand gesagt hat. Benutz die Recherche, um bessere Fragen zu stellen, nicht um zu zeigen, was du herausgefunden hast.
Was du dabei hineingeben darfst
Darf rein
Öffentliche Informationen kannst du überall verarbeiten. Sobald deine alten Notizen zu diesem Kunden dazukommen, gilt: freigegebenes Werkzeug ja, Privatkonto nein. Auch die Information, dass ihr diesen Kunden gerade angeht, gehört euch.
Wo es danebenliegt
- Bei kleineren Betrieben wird schlicht erfunden: Mitarbeiterzahlen, Geschäftsführer, Standorte. Prüf jede Zahl und jeden Namen an der Quelle, bevor du ihn im Gespräch benutzt.
- Aus einer Möglichkeit wird eine Diagnose: „Das Unternehmen leidet unter veralteten Abläufen." Wenn du mit so einem Satz ins Gespräch gehst, hast du verloren.
- Zu viel Recherche wirkt übergriffig. Wer im Erstgespräch die Umsatzentwicklung der letzten drei Jahre referiert, erzeugt kein Vertrauen, sondern Unbehagen.
Zum Kopieren
Gesprächsvorbereitung auf einer Seite
Bereite mir ein Gesprächsblatt für einen Termin bei [FIRMA / ART DER FIRMA] vor. Ich spreche mit [POSITION]. Mein Ziel: [WAS DU HERAUSFINDEN WILLST]. Sortiere nach vier Überschriften: gesichert, unklar, könnte bedeuten, im Gespräch zu klären. Material: [TEXT VON DER INTERNETSEITE, MITTEILUNGEN, DEINE NOTIZEN] Erfinde keine Zahlen, Namen oder Ereignisse. Was du nicht aus dem Material hast, schreibst du als [NICHT BELEGT]. Formuliere keine Vermutung als Tatsache. Am Ende: fünf offene Fragen, je mit einem halben Satz, was ich damit klären will.
Bereite mir ein Gesprächsblatt für einen Termin bei einem Spezialmaschinenbauer mit rund 400 Leuten vor. Ich spreche mit der Leiterin Instandhaltung. Mein Ziel: herausfinden, ob es für die Wartungsplanung überhaupt ein Budget gibt und wer darüber entscheidet. Sortiere nach vier Überschriften: gesichert, unklar, könnte bedeuten, im Gespräch zu klären. Material: - Von der Internetseite: "Seit 1974 fertigen wir Sondermaschinen für die Lebensmittelindustrie. Drei Standorte, eigene Serviceorganisation mit 24-Stunden-Bereitschaft." - Mitteilung von März: neue Fertigungshalle am Hauptsitz eröffnet, Kapazität um ein Drittel erweitert - Stellenanzeige, seit vier Monaten online: Instandhaltungstechniker, Schichtbetrieb - Meine Notiz vom Messekontakt: "Wartung läuft über mehrere Tabellen, hat sie selbst gesagt, klang genervt" Erfinde keine Zahlen, Namen oder Ereignisse. Was du nicht aus dem Material hast, schreibst du als [NICHT BELEGT]. Formuliere keine Vermutung als Tatsache. Am Ende: fünf offene Fragen, je mit einem halben Satz, was ich damit klären will.
Du unterstützt mich bei der Vorbereitung eines Vertriebsgesprächs. Kontext: - Kunde: [FIRMA ODER ART DER FIRMA, GRÖSSE, BRANCHE] - Meine Gesprächspartnerin / mein Gesprächspartner: [POSITION] - Anlass: [ERSTKONTAKT / ANFRAGE / MESSEKONTAKT / EMPFEHLUNG] - Was ich anbiete: [KURZ] - Mein Ziel für diesen Termin: [KONKRET] Material: [ALLES, WAS DU VERWENDEN DARFST] Aufgabe — sortiere in vier Abschnitte: 1. Gesichert: was wörtlich im Material steht, mit Fundstelle 2. Unklar: was widersprüchlich oder unvollständig ist 3. Könnte bedeuten: mögliche Schlüsse, ausdrücklich als Vermutung gekennzeichnet 4. Im Gespräch zu klären Regeln: - Ausschließlich das übergebene Material verwenden. - Keine Zahl, kein Name, kein Ereignis, das nicht belegt ist. Sonst [NICHT BELEGT]. - Keine Diagnose über den Kunden. Nicht "leidet unter veralteten Abläufen", sondern "zu klären, wie zufrieden sie mit dem heutigen Weg sind". - Nenne mir ausdrücklich, welche drei Angaben ich vor dem Termin an der Originalquelle nachprüfen sollte. Zum Schluss: - Fünf offene Fragen für das Gespräch, keine Ja-Nein-Fragen, je mit einem halben Satz, was ich damit klären will - Zwei Themen, die ich besser nicht von mir aus anspreche, mit Begründung Wenn Wesentliches fehlt, stell zuerst höchstens drei Rückfragen.
- Steht unter "gesichert" wirklich nur Belegtes — mit Fundstelle?
- Habe ich Zahlen und Namen an der Quelle nachgeprüft?
- Ist irgendwo eine Vermutung als Befund formuliert?
- Sind die fünf Fragen offen — oder kann man sie mit ja und nein beantworten?
- Kenne ich die Antworten schon? Dann sind es die falschen Fragen.
- Passt das auf eine Seite?
Womit du das machst
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ChatGPT
Hat euer Haus ein Firmenkonto, darfst du damit arbeiten — mit Vertrag und ohne Training. Free, Go, Plus und Pro bleiben dagegen Privatkonten, auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.
Darf rein
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Claude
Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, ohne Training. Free, Pro und Max bleiben Privatkonten, auch wenn die Firma zahlt. Besprechungen mitschreiben kann es nicht.
Darf rein
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DeepSeek
Ein kostenloses Chatfenster aus China, das erstaunlich viel kann. Widersprich zuerst dem Training — danach ja, aber ohne Namen und Beträge: Einen Vertrag mit deinem Arbeitgeber gibt es nicht.
Erst unkenntlich machen
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Gemini
Läuft Gemini über das Google-Workspace-Konto deiner Firma, darfst du damit arbeiten: Vertrag da, kein Training. Free, AI Plus, Pro und Ultra sind Privatkonten — auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.
Darf rein
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Microsoft 365 Copilot
Das Chatwerkzeug, das eure eigenen Mails, Dateien und Besprechungen kennt — und mit echten Kundennamen und Zahlen benutzt werden darf. Bestellen muss es die IT, allein bekommst du es nicht.
Darf rein
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Microsoft Copilot
Kostenlos und längst auf deinem Rechner. Mit dem Arbeitskonto angemeldet darfst du Firmenunterlagen hineingeben — und es kostet weiterhin nichts. Mit dem Privatkonto rät Microsoft selbst davon ab.
Darf rein
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Qwen (Qwen Studio, früher Qwen Chat)
Ein kostenloses Chatfenster aus dem Alibaba-Konzern. Es kann viel — für betriebliche Unterlagen fehlt die Grundlage: kein Vertrag, kein Schalter gegen das Training, Verarbeitung in Singapur und China.
Bleibt draußen
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Vibe (früher Le Chat)
Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, Anbieter in Frankreich. Free und Pro bleiben Privatkonten. Heißt seit Kurzem Vibe, nicht mehr Le Chat.
Darf rein
Nach Aktenlage geprüft. Recherche aus Anbieterunterlagen, Verträgen und Dokumentation — ohne eigenen Dauereinsatz.