Zum Inhalt springen
KI & mein Job

Personal · auch für Marketing

Aus Stichpunkten der Fachabteilung eine Stellenanzeige entwerfen

Ein Anzeigenentwurf, in dem Muss und Wunsch getrennt dastehen — und daneben die Punkte, die du vor der Veröffentlichung mit der Fachabteilung klären musst.

Darf rein — Datenampel für diese Aufgabe Sofort — Aufmachen und loslegen, unter 15 Minuten. Geprüft am 11. August 2026

So läuft es heute

Was ankommt, sind sieben Stichpunkte, ein Abschnitt aus der alten Anzeige und das, was die Führungskraft im Kopf hat. Du schreibst daraus einen Text, weil die Stelle seit drei Wochen offen ist. Sechs Wochen später hast du vierzig Bewerbungen, von denen die Hälfte nicht passt — und die Fachabteilung fragt, warum sich niemand mit Fertigungserfahrung gemeldet hat.


So gehst du vor

  1. Erst sortieren, nicht schreiben lassen

    Gib die Stichpunkte hinein und verlang ausdrücklich noch keine Anzeige, sondern drei Listen: was ist für die Arbeit wirklich nötig, was ist nur ein Wunsch, was ist unklar. Diese Trennung ist die eigentliche Arbeit. Sie dauert zwei Minuten und macht sichtbar, worüber ihr intern nie gesprochen habt.

  2. Die Wunschliste zusammenstreichen

    Jeder Punkt aus der mittleren Liste, der später unter „Voraussetzung" landet, kostet dich Bewerbungen. Streich, was du selbst entscheiden kannst. Für den Rest brauchst du einen Satz von der Fachabteilung: Wofür genau ist das nötig? Kommt darauf keine Antwort, ist es ein Wunsch.

  3. Entwurf verlangen — mit sichtbaren Löchern

    Jetzt erst den Anzeigentext, mit getrennten Listen für Muss und Wunsch. Alles, was nicht entschieden ist — Gehaltsspanne, Umfang des mobilen Arbeitens, Entwicklungswege —, bleibt als [FEHLT: …] stehen, statt still ergänzt zu werden.

  4. Auf geglättete Altlasten prüfen

    Lies den Entwurf gegen die alte Anzeige. Aus „junges Team" wird gern „dynamisches Umfeld", aus „belastbar" wird „hohes Tempo". Das ist dasselbe Kriterium in höflich — und deshalb schwerer zu bemerken. Prüf außerdem jede Muss-Anforderung einzeln: Kannst du sagen, wofür sie gebraucht wird?


Warum das überhaupt lohnt

Der Aufwand steckt nicht im Schreiben der Anzeige. Den Text hast du zur Not in zwanzig Minuten selbst. Er steckt in dem, was vorher fehlt: Niemand hat aufgeschrieben, welche Anforderung wirklich nötig ist und welche jemandem einfach im Kopf herumging. Diese Frage stellt man ungern, weil sie nach Widerspruch klingt.

Was hier hilft, ist deshalb nicht der fertige Entwurf. Es ist die Liste davor: Muss, Wunsch, unklar. Sie führt das Gespräch mit der Fachabteilung, das du sowieso führen müsstest — nur jetzt und schriftlich, statt in Woche sechs, wenn sich niemand Passendes gemeldet hat.

So gehst du vor

Verlang zuerst die Sortierung, nicht den Text. Wer sofort um eine Anzeige bittet, bekommt eine: vollständig, glatt, und mit Anforderungen, die niemand entschieden hat.

Für jeden Punkt aus der Wunschliste gibt es genau eine Frage an die Fachabteilung: Wofür wird das gebraucht? Nicht „ist das wichtig?” — darauf sagt jeder ja. Bleibt die Antwort aus, gehört der Punkt nicht unter die Voraussetzungen.

Erst danach lässt du den Entwurf schreiben, mit der ausdrücklichen Anweisung, Unentschiedenes als [FEHLT: …] stehen zu lassen. Diese Markierungen überleben das Kopieren in euer Bewerbungssystem und fallen dir auf, bevor die Anzeige online geht.

Zum Schluss liest du den Text zweimal: einmal gegen die alte Anzeige, um geglättete Altlasten zu finden, und einmal als jemand, der sich bewerben würde. Was davon könntest du am ersten Arbeitstag halten?

Was dabei schiefgehen kann

Der teuerste Fehler ist der, den du nie siehst: Wer sich wegen einer überflüssigen Bedingung nicht bewirbt, meldet sich nicht und beschwert sich nicht. Die Anzeige sieht danach genauso aus wie vorher, nur der Stapel ist dünner. Deshalb prüfst du Muss-Anforderungen einzeln, auch wenn sie selbstverständlich wirken.

Der zweite Fehler ist die Zusage, die niemand freigegeben hat. Arbeitszeit, mobiles Arbeiten, Entwicklung, Vergütung — bei diesen vier Punkten steht am Ende dein Haus im Wort. Alles, was der Entwurf hier freundlicher formuliert als deine Unterlagen, gehört zurück auf den Stand der Freigabe.

Und der dritte ist die höflichere Fassung derselben Sache. „Junges Team” fällt auf. „Dynamisches Umfeld”, „frischer Wind”, „hohes Tempo” fallen nicht auf und meinen dasselbe. Wenn dir der Entwurf besser gefällt als die alte Anzeige, prüf, ob wirklich das Kriterium verschwunden ist — oder nur das Wort.


Was du dabei hineingeben darfst

Darf rein

Im Werkzeug, für das dein Haus unterschrieben hat, darf die Aufgabenliste hinein, wie sie ist — mit Firmennamen, Abteilung und dem, was die Führungskraft dazu gesagt hat. Weißt du nicht, ob euer Werkzeug dazugehört, frag zuerst. Bis dahin gehören Namen der bisherigen Stelleninhaberin, laufende Projekte und noch nicht bekannte Organisationsänderungen heraus: Eine Aufgabenliste sieht harmlos aus und ist es oft nicht.


Wo es danebenliegt

Der wertvollste Abschnitt der Seite — nicht das Kleingedruckte.

  • Aus einem Wunsch der Führungskraft wird eine Bedingung. „Ein Studium wäre schön" steht im Entwurf unter „Das bringst du mit" — und niemand hat je entschieden, dass es nötig ist.
  • Ob eine Qualifikation für die Tätigkeit sachlich erforderlich ist, kann kein Werkzeug beurteilen. Es kennt die Arbeit nur aus deinen Stichpunkten.
  • Rahmenbedingungen werden freundlicher, als sie sind. Aus einem mobilen Tag nach der Einarbeitung wird „flexibles Arbeiten", aus einer offenen Gehaltsfrage eine „attraktive Vergütung". Das ist eine Zusage, die du später halten musst.
  • Eine problematische Formulierung wird sprachlich geglättet, nicht hinterfragt. Der Text wird sauberer, das Kriterium dahinter bleibt.

Zum Kopieren

Die eckigen Klammern ersetzt du durch deine Angaben. Der Qualitätscheck darunter gehört dazu — ein Prompt ohne Prüfung ist keiner.

Aufgabenliste sortieren und in einen Anzeigenentwurf überführen

Drei Listen — nötig, Wunsch, unklar — und danach ein Anzeigenentwurf, in dem jede offene Angabe als Lücke sichtbar bleibt.

Zum Loslegen:

Ich bereite eine Stellenanzeige vor. Schreib noch keinen Anzeigentext.

Sortier die folgenden Stichpunkte zuerst in drei Listen:
1. für die Arbeit wirklich nötig
2. wünschenswert, aber nicht nötig
3. unklar oder widersprüchlich

Erfinde nichts. Keine Anforderungen, Vorteile, Zusagen oder
Rahmenbedingungen ergänzen, die nicht dastehen.

Stichpunkte:
[STICHPUNKTE DER FACHABTEILUNG]

Wenn ich dir danach sage „jetzt der Entwurf", schreibst du eine sachliche
Anzeige mit getrennten Listen für Muss und Wunsch und lässt jede offene
Angabe als [FEHLT: …] stehen.

So sieht das ausgefüllt aus — Namen erfunden:

Ich bereite eine Stellenanzeige vor. Schreib noch keinen Anzeigentext.

Sortier die folgenden Stichpunkte zuerst in drei Listen:
1. für die Arbeit wirklich nötig
2. wünschenswert, aber nicht nötig
3. unklar oder widersprüchlich

Erfinde nichts. Keine Anforderungen, Vorteile, Zusagen oder
Rahmenbedingungen ergänzen, die nicht dastehen.

Stichpunkte (Firma und Angaben frei erfunden), Arbeitsvorbereitung bei der
Hagenfeld Verpackungstechnik GmbH:
- Fertigungsaufträge prüfen und freigeben
- Materialverfügbarkeit mit Einkauf und Lager klären
- Termine mit der Fertigungsleitung abstimmen
- Abweichungen dokumentieren
- zweimal pro Woche Produktionsbesprechung
- Erfahrung mit Fertigungsabläufen wichtig
- sicherer Umgang mit Tabellen nötig
- technische Ausbildung hilfreich
- der Abteilungsleiter wünscht ein Studium, konnte aber nicht sagen, wofür
- 35 bis 40 Stunden möglich
- vor Ort, nach der Einarbeitung ein fester mobiler Tag
- in der alten Anzeige steht: „Wir sind ein junges, belastbares Team"
- Gehaltsspanne noch nicht freigegeben

Wenn ich dir danach sage „jetzt der Entwurf", schreibst du eine sachliche
Anzeige mit getrennten Listen für Muss und Wunsch und lässt jede offene
Angabe als [FEHLT: …] stehen.

Für den Alltag, mit mehr Kontext:

Du hilfst mir als sorgfältige Redaktion bei einer Stellenanzeige. Du
entscheidest nicht über das Anforderungsprofil.

Arbeite in zwei Durchgängen.

Durchgang 1 — sortieren:
Ordne alle Angaben in vier Gruppen:
1. bestätigte Aufgaben
2. für die Tätigkeit wirklich notwendige Anforderungen
3. Wünsche, die niemand begründet hat
4. unklar, widersprüchlich oder möglicherweise unnötig ausschließend

Stell mir danach höchstens drei Rückfragen — nur solche, ohne die kein
brauchbarer Entwurf möglich ist.

Durchgang 2 — Entwurf, erst auf mein Zeichen:
Schreib die Anzeige mit dieser Gliederung:
Titel · kurzer Einstieg ohne Werbeversprechen · fünf bis sieben konkrete
Aufgaben · Muss-Anforderungen · Wunsch-Anforderungen · bestätigte
Rahmenbedingungen · „Vor Veröffentlichung klären".

Regeln:
- Erfinde nichts: keine Vorteile, keine Vergütungsangaben, keine
  Entwicklungswege, keine Anforderungen.
- Markiere fehlende Angaben als [FEHLT: …].
- Mach aus einem Wunsch keine Voraussetzung.
- Verwende keine Aussagen zu Alter, Gesundheit, Familienstand oder einer
  vermeintlichen persönlichen Passung — auch nicht in umschreibender Form
  wie „dynamisch", „frisch" oder „hohes Tempo".
- Liste am Ende auf, welche Anforderungen ich mit der Fachabteilung klären
  muss, bevor der Text hinausgeht.

Stichpunkte:
[STICHPUNKTE DER FACHABTEILUNG]

Bevor du das Ergebnis benutzt:

  • Ist jede Muss-Anforderung für die tatsächliche Arbeit nötig — und kannst du sagen, wofür?
  • Ist aus einem Wunsch der Führungskraft unbemerkt eine Voraussetzung geworden?
  • Steht eine Zusage im Text, die intern noch niemand freigegeben hat?
  • Sind offene Angaben als [FEHLT: …] sichtbar geblieben, auch nach dem Kopieren?
  • Ist „junges Team" verschwunden — oder nur höflicher formuliert worden?
  • Könnte eine geeignete Person wegen einer überflüssigen Bedingung auf die Bewerbung verzichten?
  • Würde die Fachabteilung Aufgaben und Arbeitsbedingungen genauso bestätigen?

Nicht verwenden für: Die Entscheidung, welche Qualifikation für die Stelle erforderlich ist. · Die abschließende rechtliche Prüfung einer Anzeige. · Die Bewertung einzelner Bewerbungen. · Noch nicht bekannte Umstrukturierungen in einem Werkzeug, von dem du nicht weißt, ob es freigegeben ist.


Womit du das machst

Die Aufgabe braucht: Texte verstehen und schreiben. Das ist die Grundausstattung — praktisch jedes ernstzunehmende Chatwerkzeug kann das.

  • ChatGPT

    Hat euer Haus ein Firmenkonto, darfst du damit arbeiten — mit Vertrag und ohne Training. Free, Go, Plus und Pro bleiben dagegen Privatkonten, auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.

    Darf rein

  • Claude

    Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, ohne Training. Free, Pro und Max bleiben Privatkonten, auch wenn die Firma zahlt. Besprechungen mitschreiben kann es nicht.

    Darf rein

  • DeepSeek

    Ein kostenloses Chatfenster aus China, das erstaunlich viel kann. Widersprich zuerst dem Training — danach ja, aber ohne Namen und Beträge: Einen Vertrag mit deinem Arbeitgeber gibt es nicht.

    Erst unkenntlich machen

  • Gemini

    Läuft Gemini über das Google-Workspace-Konto deiner Firma, darfst du damit arbeiten: Vertrag da, kein Training. Free, AI Plus, Pro und Ultra sind Privatkonten — auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.

    Darf rein

  • Microsoft 365 Copilot

    Das Chatwerkzeug, das eure eigenen Mails, Dateien und Besprechungen kennt — und mit echten Kundennamen und Zahlen benutzt werden darf. Bestellen muss es die IT, allein bekommst du es nicht.

    Darf rein

  • Microsoft Copilot

    Kostenlos und längst auf deinem Rechner. Mit dem Arbeitskonto angemeldet darfst du Firmenunterlagen hineingeben — und es kostet weiterhin nichts. Mit dem Privatkonto rät Microsoft selbst davon ab.

    Darf rein

  • Qwen (Qwen Studio, früher Qwen Chat)

    Ein kostenloses Chatfenster aus dem Alibaba-Konzern. Es kann viel — für betriebliche Unterlagen fehlt die Grundlage: kein Vertrag, kein Schalter gegen das Training, Verarbeitung in Singapur und China.

    Bleibt draußen

  • Vibe (früher Le Chat)

    Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, Anbieter in Frankreich. Free und Pro bleiben Privatkonten. Heißt seit Kurzem Vibe, nicht mehr Le Chat.

    Darf rein


Nach Aktenlage geprüft. Recherche aus Anbieterunterlagen, Verträgen und Dokumentation — ohne eigenen Dauereinsatz.

Mehr für Personal